Ich zähle bis fünf

Sechs Vorstellungen in sechs Tagen – und nein, es geht hier nicht um ein internationales Theaterfestival.

Vom 18. bis 23. Mai führte das Kindertheaterensemble „Teremok“ das Stück „Ich zähle bis fünf“ nach einem Theaterstück von Michail Bartenev in den Räumlichkeiten der gleichnamigen Bildungseinrichtung in Braunschweig auf.

„Ich zähle bis fünf“ – eine gutherzige, lustige und rührende Geschichte über Mut und Freundschaft. Das Stück wurde bereits 1992 geschrieben, doch seine Moral ist auch in der heutigen Realität aktuell. Hinter den Figuren der Waldtiere verbergen sich menschliche Charaktere und Situationen, mit denen unsere großen und kleinen Zuschauer im heutigen Leben konfrontiert sind.

Die Geschichte regt zum Nachdenken darüber an, wie sich hinter der Fassade eines Feiglings ein mutiger und unerschütterlicher Held verbergen kann. Am Beispiel des Hasen haben wir verstanden, dass jeder, der an sich glaubt und Willenskraft zeigt, seine Ängste überwinden, mutiger werden und in den Augen seiner Mitmenschen an Ansehen gewinnen kann.

Den jungen Schauspielern ist es gelungen, ihre Rollen nicht nur auswendig zu lernen, sondern sie auf der Bühne zu leben. Besonders wertvoll war es zu sehen, wie die Kinder mit jeder Aufführung selbstbewusster, freier und natürlicher wurden.

Die Inszenierung fesselte die Aufmerksamkeit der kleinen Zuschauer von den ersten Minuten an. Die Kinder reagierten lebhaft auf das Geschehen: Sie halfen der Elster, den schlauen Wolf zu überlisten, trösteten das verängstigte Häschen, bangten um die hübsche Eichhörnchen, lachten und freuten sich aufrichtig über die glücklichen Momente.

Der größte Vorzug des Stücks ist seine Atmosphäre. In ihr waren Wärme, Engagement und echte Liebe zum Theater zu spüren. Wunderschöne Kulissen, musikalische Einlagen und gekonnt ausgewählte Kostüme schufen das Gefühl eines echten Märchens. Die Schauspieler scheuten sich nicht, lustig, emotional und aufrichtig zu sein – genau deshalb wirkte die Geschichte lebendig und war für das junge Publikum leicht verständlich.

Besondere Anerkennung verdient die Arbeit der Leiter des Theaterstudios. Gleich sechs Aufführungen pro Woche vorzubereiten, ist eine enorme Leistung, die Disziplin, Geduld und die Fähigkeit erfordert, mit Kindern zu arbeiten.

„Ich zähle bis fünf“ in der Inszenierung des Theaterstudios „Teremok“ wurde zu einem wahren Theaterfest. Solche Inszenierungen helfen den Kindern, Mitgefühl zu entwickeln, einander zu verstehen und an ihre eigenen Kräfte zu glauben sowie das Wesentliche vom Nebensächlichen zu unterscheiden:

„Und überhaupt: Jede Tür
Wird sich vor uns öffnen,
Wenn ein liebendes Herz
In der Brust eines Hasen schlägt“

Der tapfere Wolf (Sergej S.) ging zwar nach der Jagd leer aus, sorgte aber für große Heiterkeit im Publikum und erhielt aufrichtigen Applaus.

Die Elster (Alexandra G.) war über alle Neuigkeiten auf dem Laufenden und unterhielt sich fröhlich mit den Zuschauern.

Der mutige Hase (Anna A.) zählte „bis vier … nein, bis fünf“, glaubte an sich selbst, wurde zum Helden und gewann die Freundschaft des Eichhörnchens.

Der Frosch (Veronika Sch.) spielte ausgelassen Blindekuh und Verstecken mit der Waldgesellschaft.

Der Maulwurf (Amélie K.) brachte dem Hasen ausführlich bei, wie man ein Held wird.

Das Eichhörnchen (Palina V.), auch bekannt als „die schönste im ganzen – im ganzen Wald“, traf endlich einen echten Freund – einen Helden, „der sich wie ein Fels in der Brandung vor das Eichhörnchen stellen wird“.

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